Liedmovie: Eine mediale Galerie

So wie es das Musikvideo in der Popmusik gibt, wurde mit LIEDMOVIES auch für die Klassik ein äquivalentes Format entwickelt. LIEDMOVIES lassen die Musik filmische Realität werden und erleichtern den Zugang zur gehörten Musik.
Akteure und Orte
Künstler
(Sänger*in, Darsteller*in)
Publikum
Raum

So wie es das Musikvideo in der Popmusik gibt, wurde mit LIEDMOVIES auch für die Klassik ein äquivalentes Format entwickelt. LIEDMOVIES lassen die Musik filmische Realität werden. Das verfilmte Musikstück wird nicht lediglich bebildert, sondern über die visuelle Ausgestaltung wird ein Zugang zu der gehörten Musik ermöglicht, eine weitere Verständnisebene erzeugt. Eine generelle ästhetische Entscheidung verbindet alle Videos: Sie wurden alle als „one-shot" gedreht und basieren auf der Idee, mit einer Gemäldereferenz zu beginnen. Die Video-Gemälde bilden eine Installation wie ein Mini-Museum, in dem das Publikum in alte neue Welten tauchen kann, um die Welt des Kunstliedes neu zu entdecken. Unser Mini-Museum verfügt über ein Corona-Hygiene-Konzept und kann zu den jeweiligen Öffnungszeiten flexibel besucht werden.

 

Musikalisches Programm

Claude Debussy (1862 - 1918)

Clair de lune, aus: Fêtes Galantes, Nr. 3, L. 86/(80) (1891) (Verlaine)

Beau soir L. 84/(6) (1891) (Bourget)

Clair de Lune, aus: Quatre chansons de jeunesse, Nr. 2, L 45/(32) (1882) (Verlaine)Pia 

 

John Cage (1912 - 1992)

The Wonderful Widow of Eighteen Springs (1942)

Besetzung

Luise Kautz, Regie

Simon Janssen, Videokünstler

Pia Davila, Sopran / Darstellerin

Valentin Mattka, Ausstellungsinstallation, Szene

Bisherige und kommende Aufführungen

4.6.  - 26.6.2021, Foyer der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

4.7. - 1.8.2021, Stockalperschloss, Brig, Schweiz

15.11. - 30.11.2021 Guardini-Galerie Berlin

Credits

Claussen-Simon-Stiftung, Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung

 

Die Erweiterung des traditionellen Konzertraums gibt Anstöße für zukünftige, zeitgemäße Auseinandersetzungen mit der Gattung Kunstlied.

Welche besonderen gestalterischen Mittel wurden eingesetzt und warum? Welches dramaturgische/szenische Konzept wurde verfolgt?

LIEDMOVIES erfinden ein neues visuelles Genre für das Kunstlied. So wie es das Musikvideo in der Popmusik gibt, haben wir auch für die Klassik ein äquivalentes Format entwickelt. LIEDMOVIES wollen die Musik filmische Realität werden lassen. Dabei wird der visuellen Ebene eine neue, eigene Qualität verliehen. Sie soll die Musik nicht lediglich bebildern, sondern eine weitere Ebene hinzufügen und dadurch den Zugang zur gehörten Musik erleichtern bzw. herstellen. Wir halten uns an die Vorgaben und inneren Zustände eines jeden Kunstliedes, sodass wir den Inhalt des vorangegangen musikalischen Kunstwerks unterstreichen. Mit einem Liedmovie wollen wir das Genre Kunstlied wieder voll in das Bewusstsein des Kunstgeschmack bringen. Eine generelle ästhetische Entscheidung verbindet alle Videos: Sie wurden alle als „one-shot" gedreht (Das Video wird nicht geschnitten! Es entsteht dadurch ein spannender Live-Effekt) und basieren auf der Idee, mit einer Gemäldereferenz zu beginnen. Bei dieser Idee, auf eine „Gemäldeästhetik“ Bezug zu nehmen, wollen wir die an sich strengere Form des Kunstliedes berücksichtigen, die ja an sich nicht auf eine Weiterverwertung zielt, sondern als eigenständiges Werk funktioniert. Diese dadurch vorhandene abgeschlossene Form spiegelt sich für uns in einem Gemälde wieder. Wir verbinden die traditionelle Museums- und Klassikkultur mit modernen Formen. Klassische Musik bekommt so nicht nur einen modernen Anstrich, LIEDMOVIES ermöglichen darüber hinaus einen einfachen Zugang auch für klassikfernes Publikum. Das Ausstellungsformat kreiert durch die leichte Zugänglichkeit neue Orte für Kultur, die auch unter Corona-Bedingungen zugänglich sind.

Beschreibe den künstlerischen und kreativen Entstehungsprozess.

Ausgehend von dem Inhalt eines Kunstliedes schaffen wir an Hand der Bebilderung der Musik eine Atmosphäre, die die Musik bereichert. So wählen wir zuerst das Musikstück, es folgt die Bebilderung und dann die Kreierung der Konstellation der Installation.

Welche Parameter haben Euch eingeschränkt, was die größte Herausforderung? Wie seid ihr damit umgegangen?

Die größte Herausforderung war, das Startkapital für die relativ hohen Sachkosten für den Erstbau der Installation zu finden. Dank der zwei Stiftungen sind nun aber diese Kosten gedeckt.

Was habt Ihr persönlich aus diesem Projekt gelernt?

Die Erarbeitung von neuen Räumen für Kunst und Kultur ist arbeitsaufwendig, aber äußerst beglückend.